These 1 zur Zukunft der Hochschullehre


Sobald sich Hochschul-Lehrer am Lernen der Studenten orientieren,
wird Lehre effektiv.

Kaum einer wird bezweifeln, dass es beim Lehren darauf ankommt, dass die Studenten* etwas lernen. Aber nur wenige Dozenten können nach einer Lehrveranstaltung sicher beurteilen, ob die Studenten den Stoff auch tatsächlich verstanden und gelernt haben. Wie sollten sie auch den Lernfortschritt jedes Einzelnen ständig kontrollieren? Und außerdem bedeutet „verstehen“ nicht automatisch schon „lernen“. Damit etwas Neues „gelernt“ werden kann, muss es zuvor wiederholt, rekapituliert, eingeübt und schließlich angewendet werden.
Die Lernprozesse der Studenten sind so komplex, dass sich viele Hochschullehrer lieber auf die Präsentation des Lehrstoffs konzentrieren und sich bemühen, ihn möglichst verständlich „rüber zu bringen”. Sobald aber die Studenten thematisch den Anschluss verlieren, gar nichts mehr verstehen und deshalb nichts mehr lernen können, scheitert auch dieser Ansatz. Genau genommen lehrt der Dozent dann auch nicht mehr. Denn ein Monolog, bei dem niemand lernt, hat nichts mehr mit Lehren zu tun.
Lehre findet nur dort statt, wo sie zum Lernen führt. Aber selbst die messbaren Learning Outcomes, die am Ende des Semesters in Klausuren festgestellt werden sollen, sind kein Garant für gute Lehre. Denn wer überprüft, wie und wo die Studenten ihre Kompetenzen tatsächlich erworben haben? Um effektiv zu lehren, bleibt dem Dozenten nichts anderes übrig, als auf die Lernprozesse der Studenten zu achten, sie zu begleiten und zu unterstützen.
Im 1. Teil unserer Einführung beschreiben wir die Phasen des Lernprozesses. Wir stellen die typischen Lernhindernisse der Studenten vor und begleiten Dozenten dabei, effektive Lehrstrategien zu entwickeln. So kann ein gut aufeinander abgestimmter Lehr-Lern-Prozess entstehen, der dem Dozenten das Lehren und den Studenten das Lernen erleichtert.
* Wir haben uns für die maskuline Form der Sprache entschieden, um die Lesbarkeit des Textes zu erhöhen und bitten Sie, die feminine Form mit einzuschließen.